Du wirst, was du willst und das Gute-Fee-Prinzip

9 Nov

Welche Wege wir in unserem Leben gehen und auch wie wir sie gehen, ist meiner Erfahrung nach oft von der Basis die in der Kindheit gelegt wurde abhängig. In meiner Kindheit wurde beispielsweise ein solider Grundstein in Sachen Mut und Selbstvertrauen gelegt. Meine Eltern erzogen mich und meine Geschwister in der Gewissheit, dass wir alles können was wir uns vornehmen und die Option „scheitern“ überhaupt nicht existiert. So waren auch anstehende Prüfungen kein Grund um panisch zu werden, denn das man die Aufgaben meistert, stand schon fest. Selbstverständlich konnte auch mal ein Ergebnis schlechter ausfallen, aber komplettes Durchfallen gab es nicht. Das schlechte Abschneiden war im Übrigen nur der eigenen Einstellung und mangelnder Vorbereitung geschuldet und zu keinem Zeitpunkt wurde der Intellekt an sich in Frage gestellt.

So sehr ich diese positive Grundsteinlegung von damals heute begrüße, so sehr hat mich diese Einstellung früher geärgert. Es wäre einfach viel
leichter gewesen zu sagen: „Ich kann kein Mathe, mir fehlen einfach die dafür notwendigen Anlagen im Gehirn “, anstatt selbstverantwortlich danach schauen zu müssen, das Defizit aufzuarbeiten. „Selbst schuld sein“ am Dilemma ist weniger angenehm und lässt einen nicht so gerne in den Spiegel schauen. Nicht fliegen zu können wie ein Vogel – dafür schämt sich keiner, aber durch die Anatomieprüfung zu fallen, da bleibt irgendwie ein fader Beigeschmack zurück und das hängt man dann auch nicht an die große Glocke.

Aufgrund dieser Erziehung, kam mir als Teenager dann auch nie die Idee, dass ich meine Berufswünsche nicht erreichen könnte. In meiner Vorstellung standen mir alle Türen offen, ich musste nur wählen. Ich überlegte also nicht: „Schaffst du das?“  Sondern vielmehr: „Wie anstrengend wird es? Wie viel Energie und Zeit muss ich investieren und ist mir dieser Beruf das wert?“. Umso überraschter war ich, als ich eine Freundin besuchte und Zeuge eines Gesprächs wurde, das wie folgt ablief:

„Mama, ich möchte gerne weiter auf die Schule gehen und mein Abitur
machen“

„Was? Abitur? Für was das denn?“

„Naja, mir ist einfach klar geworden, dass ich auf alle Fälle studieren
will, am liebsten Design.“

„Studieren? Wart mal lieber erst ab, ob du überhaupt das Abi schaffst.“

Ich stand mit offenem Mund daneben und vergaß vor Schreck zu atmen. Meine Freundin war jung, intelligent und lernwillig und was sagen die netten Eltern: „Wart mal ab ob du das überhaupt schaffst.“  Zu deren Verteidigung muss ich sagen, dass es von jeher deren bestreben war das Kind zu beschützen und dazu gehörten eben auch negative Erfahrungen im schulischen Sektor. Gepaart war dieser Schutzinstinkt mit einem vermutlich weniger ausgeprägten Selbstbewusstsein und dem Wissen „Wir sind keine Akademikerfamilie, bei uns hat man bestenfalls Mittlere Reife“. Auf die eigene Erfahrung basierend, ging man also davon aus, dass ein Studium aufgrund der vorhandenen Basis vermutlich zu schwer sein würde.

Was hat das Ganze aber mit meinem Bewerbungskunden und dem Gute-Fee-Prinzip zu tun? Nun, oft habe ich Kunden vor mir sitzen, die sich in
einer recht festgefahrenen Situation befinden. Sie können oder wollen im Ursprungsberuf nicht mehr arbeiten (gesundheitliche, familiäre oder
wirtschaftliche Gründe), glauben aber auch in keinem anderen Bereich unter kommen zu können. Ich stelle an diesem Punkt immer die Gute-Fee-Frage: „Wenn ich die gute Fee mit den drei Wünschen bin, welchen Beruf würden Sie dann ergreifen?“ In 99% der Fälle bekomme ich eine sehr direkte Antwort darauf. Wenn ich dann freundlich nicke und sage „Ja, dann tun Sie das doch.“ Bekomme ich oft verärgerte, irritierte oder ungläubige Blicke entgegen gesendet, dicht gefolgt von einem ganzen Arsenal an Gründen weshalb mein Kunde eben NICHT den Wunschberuf ergreifen kann (Geld, fehlende Abschlüsse, Intellekt, Alter). An diesem Punkt sehe ich dann oft welcher Grundstein in der Kindheit gelegt wurde und genau dort setze ich dann an, denn ich bin in der Tat eine gute Fee, die weiß, dass ihre Schäfchen alles können was sie wollen.

Im Prinzip hole ich die positive Grundsteinlegung also ein Stück weit nach. Die Sache mit dem Zaubern klappt zwar meist nicht besonders zügig, aber wenn man sich selbst  Zeit zum Entwickeln zugesteht, stricke ich gemeinsam mit dem Kunden einen Weg zum Wunschziel. Natürlich wird beispw. ein Bäcker nicht morgen schon als Lehrer unterrichten, aber ich kann mit ihm eine Landkarte entwerfen, durch die er sich durch arbeitet und sofern er am Ball bleibt, kommt er am Reiseziel an. Das Üble an der Sache ist, er ist dafür selbst verantwortlich. Wenn er A nicht angeht, wird er B nicht erreichen. Das ist der Punkt, den sich Menschen auf dem Bewerbungsweg klar machen müssen: Ich bin selbst verantwortlich für den Weg den ich gehe und ich kann mein Ziel erreichen (notfalls über Umwege) und mit Hilfe einer guten Fee, sehe ich den Weg dorthin ein wenig klarer.

Vorstellungsgespräch: Schwächen

31 Okt

Die klassische Schwäche-Frage taucht während vieler Einstellungsgespräche in der einen oder anderen Form auf. Mal direkt, mal eher durch die Hintertür befragt, ist der Bewerber aufgefordert Stellung zu beziehen und das in einer Situation in der er sich eigentlich nur im besten Licht präsentieren möchte. Erfahrungsgemäß erwarten viele der mir bekannten Personalentscheider dann aber weniger hin geschönte Schwächen im Stärke-Mäntelchen, sondern vielmehr konkrete Ansatzpunkte, die auf dem Weg zur Entscheidung weiter helfen. Es geht sicher nicht darum, sich mit der Antwort selbst aus dem Rennen zu schießen, es ist eher echtes Selbstbewusstsein im wahrsten Sinne des Wortes gefragt. Das Wissen um bestimmte Fähigkeiten die für die angestrebte Position wichtig sind, die man aber „noch“ nicht als Stärke vorweisen kann. Die entsprechende Leistungsbereitschaft sich dieses Wissen anzueignen, gepaart mit Handlungsansätzen um diese zeitnah zu erwerben sollte bei der Antwort klar zum Tragen kommen. Zumindest solange es um die fachliche Qualifikation geht, lässt sich das relativ leicht in die Tat umsetzen.

Ungleich schwieriger ist es im Hinblick auf soziale Kompetenzen (bspw. Selbstdisziplin, Menschenkenntnis, Konfliktfähigkeit), denn diese Fähigkeiten kann man sich nicht einfach und unkompliziert „antrainieren“ und die Schwäche somit nicht einfach beheben. Um dennoch an Informationen bezüglich der soft skills der Bewerber zu kommen, weicht die Schwächen-Frage langsam aber sicher Fragetechniken die auf Verhaltens- und Vorgehensweisen in unterschiedlichsten beruflichen Situationen abzielen, damit der Personaler anhand der Antworten den Kandidaten ein Stück weit realistischer einschätzen kann. Ein Trend der sich meiner Einschätzung nach weiter fortsetzen wird.

Generation Y

2 Dez

Zuletzt bin ich eher zufällig darüber gestolpert: Generation Y (Menschen die nach 1980 geboren wurden). Jetzt weiß ich endlich, wie ich meine jungen U25-Teilnehmer nennen soll und es bestätigt, dass sie so wie sie sind „normal“ sind. Eben das Ergebnis ihrer Erziehung und des Computer- und Internetzeitalters.

Meine jungen Seminarteilnehmer berichten oft über Schwierigkeiten mit älteren Vorgesetzten und Mitkollegen, die sie in ihrer Haltung nicht verstehen. Die andere Seite berichtet gelegentlich von mangelndem Respekt im täglichen Umgang.Das liegt daran, dass die Generation Y anders geprägt wurde und andere Ansprüche an den Arbeitsplatz stellt. Die Yer sind in der Regel mit Eltern aufgewachsen, die ihre Kinder oft von Anfang an in Entscheidungsfindungen mit eingebunden haben und sich darum bemühten auf Augenhöhe zu kommunizieren. Alter spielt für die diese Generation weniger eine Rolle, Offenheit in der Kommunikation nicht als „frech“.

Es sind durchaus bewegliche Menschen, die technisch fit sind und sich mühelos in sozialen Netzwerken bewegen. Leben ohne Twitter, Xing und Co. – unvorstellbar.

Die Generation Y ist sehr einsatzfreudig, gibt Feedback und zeigt hohe Leistungsbereitschaft ABER sie muss einen Sinn in ihrem Handeln erkennen, stures befolgen von Anordnungen ohne Hintergründe zu kennen liegt ihr fern.

Mittlerweile gibt es Experten, die sowohl ältere Führungskräfte, als auch junge Einsteiger schulen um ein harmonisches, effizientes Miteinander zu ermöglichen und die Abwanderungsquote von jungen Kräften möglichst niedrig zu halten. Beide Parteien profitieren voneinander, im Gesamtergebnis steht ein dickes Plus.

Und Sie? Sind Sie auch ein Yer? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Allgemeine Tipps in Sachen Lebenslauf

19 Aug

Der Lebenslauf - jeder braucht ihn , jeder hat ihn. Manche ausschweifend, manche recht knapp. In manchen Fällen gut strukturiert, in anderen ein einzelnes Chaos. Meine Tipps zum Thema?

* Versuchen Sie sich auf 2 aussagekräftige DIN A4-Seiten zu beschränken.

* Probieren Sie vorab unterschiedliche Arten der Darstellung aus (a. chronologisch, b. in Kategorien unterteilt) und entscheiden Sie dann, was für Ihre spezielle Situation sinnvoll ist. Wählen Sie aussagekräftige Überschriften.

* Achten Sie darauf, dass auch auf dem Lebenslauf Ihre Kontaktdaten ersichtlich sind.

* Unterschreiben Sie im Fall einer Papierbewerbung am Ende des Lebenslaufs und fügen Sie auch bei E-mail-Bewerbungen immer das aktuelle Datum hinzu (weniger Massenversand-Charakter). Sie bestätigen damit die Korrektheit und Aktualität Ihrer Angaben.

* Es bedarf grundsätzlich nicht zwingend der Überschrift “LEBENSLAUF”. Das dürfte für jeden erkenntlich sein. Auch Deckblätter und Anschreiben benötigen keinen gesonderten Hinweis “DECKBLATT”/”ANSCHREIBEN”. Sie beschriften den Umschlag schließlich auch nicht mit “BRIEFUMSCHLAG”

* Ein Foto kann auf dem Lebenslauf untergebracht werden, muss aber nicht.

* Erwachsene benötigen in der Kategorie “Persönliche Daten” keine Angaben hinsichtlich Name und Beruf von Geschwistern, Eltern oder Ehepartnern, auch die Erwähnung von Kindern sollte vorab überdacht werden.

* Achten Sie im Werdegang möglichst auf Lückenlosigkeit.

* Alles was Sie schreiben sollte unbedingt der Wahrheit entsprechen, darf aber in einem gewissen Rahmen durchaus positiv formuliert und umschrieben sein.

Und nun ran an die Federn und probieren Sie ruhig unterschiedliche Versionen aus, bis Sie die perfekte Ausführung für sich gefunden haben.

Das Bewerbungsfoto – Allgemeines

6 Aug

Gerade höre ich von einer Kundin:

“Meine Schwester hat gesagt meine Bewerbungsfotos sind ganz schlecht!”

“Wieso?”

“Weil man meine Zähne sehen kann. Seit kurzem ist das doch verboten. Kann ich die jetzt nicht mehr versenden?”

Doch, selbstverständlich. Gerne mit Zähnen, noch lieber mit Lächeln, am Liebsten die Sympathie in Person UND BITTE NICHT nach den aktuellen Richtlinien für BIOMETRISCHE PASSBILDER!

Das ist nämlich das Hauptproblem. Der Bewerber an sich neigt dazu dem Fotografen seiner Wahl zu sagen: “Ich brauche Passfotos.” Das bekommt der Kunde dann auch promt - biometrische Frontalaufnahmen ohne Mimik.

Genau das brauchen Sie für Ihre Bewerbungsunterlagen sicher nicht, denn wenn Sie schon freiwillig Fotos mitsenden (wie in einem anderen Beitrag erwähnt, müssen Sie das nicht), sollten diese auch etwas transportieren: Sympathie, Kompetenz, Ausstrahlung, etc.

Bringen Sie zum Bewerbungsshooting unterschiedliche Kleidung mit, damit Sie variieren und Ihre eigene Wirkung(dem Berufsbild angepasst) austesten können. Gute Fotografen beraten vorab, machen Probeaufnahmen und lassen den Kunden dann wählen was besser passt.

Probieren Sie nicht nur unterschiedliche Kleidung, sondern auch unterschiedliche Körperhaltungen, unter Umständen sogar unterschiedliche Frisuren (besonders bei Damen mit langen Haaren). Verzichten Sie auf auffälligen Schmuck und tragen Sie, wenn überhaupt, dezentes Make-up.

Die Fotos dürfen ruhig größer sein als Passbildformat. Das Format ist frei wählbar. Ob Sie sich für schwarz-weiß oder Farbe entscheiden, ist Ihnen überlassen. Schauen Sie sich beide Versionen an und entscheiden Sie dann.

Link-Tipps bezüglich empfehlenswerter Fotografen finden Sie auf meiner HP http://www.online-bewerberberatung.de/index.php?option=com_content&view=article&id=49&Itemid=55 , sollten auch Sie Fotografen empfehlen können, freue ich mich über entsprechende Hinweise als Antwort auf diesen Artikel.

Bewerbungs-Checkliste

15 Jul

Wer kennt das nicht, da wartet man tagelang auf den Anruf vom Wunscharbeitgeber und wann ruft er an? Dann, wenn man es nicht mehr erwartet, die Kinder schreien, das Auto streikt, die Spülmaschine piepst und man sicherlich erstmal nicht weiß, wer da eigentlich dran ist.

Was dann hilft? Eine Bewerbungs-Checkliste, die griffbereit deponiert ist!

Beispiel: Checkliste

Ruheinseln im Alltag

30 Jun

Wir ackern und schuften, machen Überstunden, streichen Mittagspausen und wundern uns dann schlussendlich über Schlafstörungen, Bluthochdruck und Co.

Dabei sind diese Symptome wenig verwunderlich, wenn wir unseren Körper immer wieder konsequent übergehen. Nicht nur die berufstätigen Bewerber sind gefährdet, nein, auch die erwerbslosen sollten auf Ihren Tagesrhythmus achten, regelmäßige Essens- und Ruhezeiten einhalten und Zeit zum “Zu-sich-selbst-finden” einplanen.

Hilfreich ist für die meisten Menschen das erlernen einer Entspannungstechnik. Progressive Muskelentspannung kann beispielsweise eine gute Methode zum „Inseln schaffen“ sein. Das zentrale Ziel der progressiven Muskelrelaxation (PMR) ist die willentliche, kontinuierliche Reduktion der Spannung einzelner Muskelgruppen des Bewegungsapparates und die Induktion von Entspannung anhand dieses Verfahrens. Die Teilnehmer lernen im Kurs aktiv ihre Muskeln nacheinander anzuspannen und danach immer tiefer zu entspannen. Sie verbessern dadurch ihre Körperwahrnehmung, nehmen Spannungszustände bewusst wahr und können schneller wieder in einen entspannten Zustand zurückfinden. Es hilft Anspannung, Stress und Hektik zu reduzieren.

Eine weitere gute Methode sind Fantasiereisen. Diese können sehr offen gehalten sein mit klassischen Szenen wie Strand, Meer etc. oder auch ein bestimmtes Thema behandeln mit anschließenden Sequenzen zur Abrundung (malen, schreiben u.v.m).

Entsprechende Kurse werden oft kostengünstig über die örtlichen Volkshochschulen angeboten, aber auch Bücher und CDs bieten Anleitung für den Hausgebrauch.

Schaffen Sie sich solche Ruheinseln und gewinnen Sie dadurch an Lebensqualität für Ihren privaten und beruflichen Weg. Oft bringt ein Stück mehr Ruhe ordentlich Bewegung in die Zukunft.

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.